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Webentwicklung7. September 2026· 6 Min. Lesezeit

WEBP, AVIF, JPG ODER PNG? BILDFORMATE VERSTEHEN UND RICHTIG KONVERTIEREN.

Warum gibt es immer neue Bildformate? Ein verständlicher Vergleich von JPG, PNG, GIF, SVG, WebP und AVIF – und wie du Bilder kleiner machst, ohne sichtbar Qualität zu verlieren.

Ein Foto ist ein Foto – bis es auf einer Website plötzlich mehrere Megabyte groß ist, langsam lädt oder nach der Konvertierung unscharf aussieht. Bildformate wie JPG, PNG, WebP und AVIF speichern dieselben sichtbaren Inhalte auf unterschiedliche Weise. Wer das passende Format wählt, spart Daten, verbessert die Ladezeit und liefert trotzdem ein scharfes Ergebnis.

WARUM GIBT ES ÜBERHAUPT VERSCHIEDENE BILDFORMATE?

Kein Format ist für jede Aufgabe perfekt. Ein Foto enthält Millionen feiner Farbverläufe, ein Logo dagegen wenige klare Flächen und harte Kanten. Manche Bilder brauchen Transparenz, andere eine Animation oder müssen sich ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößern lassen. Die Formate setzen deshalb unterschiedliche Schwerpunkte: kleine Dateigröße, exakte Wiedergabe, Transparenz, Skalierbarkeit oder breite Kompatibilität.

VERLUSTFREI ODER VERLUSTBEHAFTET – WAS BEDEUTET DAS?

Bei verlustfreier Komprimierung bleiben alle Bildinformationen erhalten. Das ist wichtig für Grafiken, Screenshots, Logos oder Dateien, die später weiterbearbeitet werden. Verlustbehaftete Komprimierung entfernt dagegen Details, die für das Auge möglichst wenig auffallen. Dadurch werden Dateien deutlich kleiner – ideal für Fotos im Web. Wie gut das Ergebnis aussieht, hängt vom gewählten Qualitätswert und vom Motiv ab.

JPG: DER KLASSIKER FÜR FOTOS.

JPG beziehungsweise JPEG ist fast überall lesbar und eignet sich gut für Fotografien und komplexe Farbverläufe. Es komprimiert verlustbehaftet und kann bei niedriger Qualität sichtbare Blöcke oder ausgefranste Kanten erzeugen. Transparenz und Animation unterstützt JPG nicht. Für Originale oder Logos mit Schrift ist es daher meist nicht die beste Wahl.

PNG: SCHARF, TRANSPARENT UND OFT GROSS.

PNG speichert Bilder verlustfrei und unterstützt transparente Bereiche. Deshalb ist es stark bei Screenshots, UI-Grafiken und Motiven mit klaren Kanten. Bei Fotos entstehen jedoch oft deutlich größere Dateien als mit JPG, WebP oder AVIF. Ein transparentes Logo ist außerdem häufig als SVG noch besser aufgehoben.

GIF: BEKANNT FÜR ANIMATIONEN, TECHNISCH ÜBERHOLT.

GIF kann mehrere Einzelbilder als Animation speichern, ist aber auf 256 Farben begrenzt und kennt nur sehr einfache Transparenz. Für kleine Retro-Grafiken funktioniert das weiterhin. Bei modernen Animationen liefern WebP, AVIF oder ein Videoformat meist bessere Qualität bei geringerer Dateigröße.

SVG: DIE RICHTIGE WAHL FÜR LOGOS UND ICONS.

SVG besteht nicht aus einem festen Pixelraster, sondern beschreibt Formen, Linien und Text mathematisch. Dadurch bleibt eine SVG-Datei auf jedem Bildschirm gestochen scharf und lässt sich ohne Qualitätsverlust skalieren. Das macht sie ideal für Logos, Icons und einfache Illustrationen – aber ungeeignet als Ersatz für normale Fotografien.

WEBP: DER VIELSEITIGE STANDARD FÜRS MODERNE WEB.

WebP kombiniert viele Eigenschaften älterer Formate: Es kann verlustbehaftet oder verlustfrei komprimieren, Transparenz darstellen und Animationen speichern. Laut Google sind verlustfreie WebP-Dateien im Durchschnitt 26 Prozent kleiner als vergleichbare PNGs; verlustbehaftete WebP-Bilder können bei ähnlicher visueller Qualität 25 bis 34 Prozent kleiner als JPEGs sein. WebP wird von den großen aktuellen Browsern unterstützt und ist für die meisten Website-Fotos eine sehr praktische Wahl.

AVIF: NOCH KLEINERE DATEIEN UND MEHR FARBUMFANG.

AVIF basiert auf der AV1-Videokompression und erreicht besonders bei Fotos oft eine noch stärkere Komprimierung als WebP. Das Format unterstützt Transparenz, HDR und einen großen Farbraum. Der Preis dafür: Das Erstellen und Verarbeiten kann mehr Rechenzeit benötigen, und ältere Programme oder Browser kommen damit nicht immer zurecht. Für moderne Websites ist AVIF stark – häufig zusammen mit WebP oder JPG als Fallback.

WELCHES FORMAT PASST ZU WELCHEM INHALT?

Für Fotos auf einer Website ist WebP ein sehr guter Standard; AVIF lohnt sich, wenn maximale Dateiersparnis wichtig ist. PNG eignet sich für verlustfreie Grafiken und Screenshots mit Transparenz, SVG für Logos und Icons. JPG bleibt sinnvoll, wenn sehr alte Systeme oder ein universell lesbares Austauschformat erreicht werden müssen. GIF sollte heute vor allem dann eingesetzt werden, wenn eine bestimmte Plattform kein moderneres Animationsformat akzeptiert.

WAS PASSIERT BEIM KONVERTIEREN?

Beim Konvertieren wird das Bild dekodiert und nach den Regeln des Zielformats neu gespeichert. Dabei lässt sich verlorene Qualität nicht zurückholen: Aus einem stark komprimierten JPG wird durch die Umwandlung in PNG kein besseres Original. Auch mehrfaches Speichern in einem verlustbehafteten Format kann neue Artefakte erzeugen. Bewahre deshalb deine bestmögliche Ausgangsdatei auf und erzeuge daraus die benötigten Web-Versionen.

DATEIFORMAT ALLEIN REICHT NICHT.

Die größte Ersparnis entsteht oft schon durch die richtigen Abmessungen. Ein Bild, das auf der Website nur 800 Pixel breit erscheint, muss nicht mit 5.000 Pixeln ausgeliefert werden. Passe zuerst Breite und Höhe an, wähle dann das Format und stelle anschließend die Qualität so ein, dass keine störenden Unterschiede sichtbar sind. Für responsive Websites sollten außerdem mehrere Bildgrößen bereitstehen.

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Michelle Falke
Michelle Falke
Designerin & Entwicklerin · Bremen